Im heutigen Artikel haben wir den Artikel über “Ich habe noch nie so viele Typen heulen sehen” geteilt. Details zu “Ich habe noch nie so viele Typen heulen sehen” finden Sie in unserem Artikel.

Musical-Yıldız, Synchronsprecherin, erste schwarze Tatort-Kommissarin der deutschen Fernsehgeschichte und der internationale Durchbruch in The First Avenger: Civil War – es wirkt, als gäbe es nichts, was Florence Kasumba nicht kann. Für Black Panther: Wakanda Forever, der seit dem 09. November 2022 in deutschen Kinos läuft, musste sich die deutsch-ugandische Schauspielerin allerdings einer ganz neuen Herausforderung stellen: vor und hinter der Kamera den Verlust von einem Freund verarbeiten.

Chadwick Boseman aka T’Challa hatte 2018 als Black Panther die kulturelle Relevanz des MCUs auf ein ganz neues Level gebracht und verstarb 2020 an einer Krebserkrankung. Der Marvel-Blockbuster muss also gleich zwei Dinge schaffen, Abschied und Neuanfang zugleich sein. Eine emotionale Extremsituation, auch für Florence Kasumba. Doch bevor ich meine erste Frage stellen kann, stellt die 46-Jährige mir eine. Die naheliegendste, nach 160 Minuten Wakanda Forever: “Wie ging es dir danach?”

Der Dreh zu Black Panther: Wakanda Forever war wie Traumatherapie – vor und hinter der Kamera

Ayo (Florence Kasumba, links) gehört zur Elite-Leibgarde der Königin von Wakanda

Moviepilot: Ich finde den Film sehr beeindruckend und habe auch ein bisschen geweint. Ich habe danach einen Anruf bekommen, der mich quasi direkt in eine andere traurige Situation geworfen hat. Das hat das Ganze überschattet. Aber ich freue mich darauf, den Film nochmal zu sehen.

Florence Kasumba: Ich habe den Film vor wenigen Tagen das erste Mal gesehen. Am Anfang ist man natürlich immer so ein bisschen gespannt und fragt sich: Was haben wir da eigentlich produziert? Natürlich habe ich die Drehbücher gelesen, aber wie fühle ich mich jetzt ein paar Monate nach dem letzten Drehtag? Was ist im Leben passiert? Wie gehe ich mit diesen ganzen Fragen um? Wie ist es, diesen Film produziert zu haben ohne Chadwick?

Das fällt mir jetzt alles viel leichter als vor ein paar Monaten, als wir zum ersten Mal bei der ComicCon waren und Teile des Films zum ersten Mal gesehen haben. Dann auch die Reaktion der Leute, was das für eine Bedeutung hat – das war intensiv. Ich habe mir Reaktionsvideos angeschaut. Ich habe noch nie so viele Typen heulen gesehen. Wir haben alle diesen gleichen Schmerz empfunden und das vereint einen.

Wie hat sich das denn für dich und den Rest des Casts angefühlt, als ihr den kompletten Film zum ersten Mal gesehen habt?

Ich habe da generell unterschiedliche Stadien durchlaufen. Ich bin im Ausland, drehe einen Film und erfahre, dass Chadwick Boseman nicht mehr da ist. Ich bin also im Schock, muss bei der anderen Produktion aber trotzdem funktionieren und will mit den Leuten, die mit Black Panther gar nichts zu tun hatten, auch gar nicht darüber reden. Ich habe wirklich komplett zweieinhalb Jahre gar nicht darüber geredet, weil das für mich sehr persönliche Fragen aufgeworfen hat, die ich nicht mit jedem teilen muss. Da dieser Verlust in Wakanda Forever eine Riesenrolle spielt, kam ich aber gar nicht drum herum, mich beim Dreh damit auseinanderzusetzen. Und jetzt bin ich zwei, zweieinhalb Jahre weiter und habe vieles schon besser verarbeitet.

Seht hier eine Szene aus Black Panther: Wakanda Forever mit Florence Kasumba:

Black Panther: Wakanda Forever – Clip Angriff aufs Labor (Deutsch) HD

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Wie war das beim Dreh für dich?

Für mich war das ja eine komplett neue Erfahrung. Ich hatte vorher noch nie erlebt, dass jemand nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera gestorben ist. Manche Tage waren easy, alles, was wir in Weiß [der Trauerfarbe in Wakanda] gedreht haben, war schwierig. Das war die einzige Szene in meinem Leben, vor der ich jemals richtig Schiss hatte. Aber ich war nicht alleine und der Film ist da eine Art Therapie: Die Trauerarbeit, die meine Figur macht, muss ich auch machen. Da gab es keine Einsamkeit. Und das hat geholfen.

Florence Kasumba und Chadwick Boseman kannten sich schon lange vor Black Panther

Wenn du auf die Erfahrung zurückblickst: Überwiegt dann das Positive oder die Trauer?

Ich würde es gar nicht werten. Da ist ja nicht nur das Trauergefühl, sondern auch Dankbarkeit dafür, dass ich Chadwick kannte und mit ihm gearbeitet habe. Ich habe ihn 2015 in Südafrika kennengelernt, als ich eine amerikanische Serie gedreht habe: Dominion. Ich war neun Wochen in Südafrika und eines abends hatten wir so ein Dinner. Er war in einer ganz anderen Produktion, wir saßen zufällig nebeneinander und haben uns den ganzen Abend richtig toll unterhalten. Da meinte er noch: “Flo, ich bin im Sommer in Berlin. Vielleicht sehen wir uns da!” Das war für Civil War, was ich gar nicht so auf dem Radar hatte. Er durfte mir ja auch gar nicht sagen, was er da dreht, weil wir alle einen NDA unterschreiben. Aber ich kam zum Set und dachte mir: Ey, den Typen kenne ich doch!

[lacht]

Guck mal, du musst jetzt lachen, aber was meinst du, wie ich gelacht habe? Ich meinte dann so: “Hey, wir treffen uns tatsächlich in Berlin.” Ich hatte super viele von diesen Momenten, wo wir einfach gemeinsam Spaß hatten. Wir haben über Monate hinweg zusammen trainiert.

Stand damals schon fest, ob und wie es mit deiner Rolle weitergeht?

Ich glaube nicht. Da ging es ja erstmal nur um diese “Move or you will be moved”-Szene. Wir haben die gedreht und ich bin danach erstmal in den Urlaub gefahren. Ich habe den Film auch gar nicht gesehen. Im Nachhinein wurde ich dann aber immer wieder darauf angesprochen und ich habe mich gewundert, warum das so ein großes Ding ist. Dann habe ich den Film gesehen und dachte mir: Ah, okay, jetzt verstehe ich, warum Leute das gut finden. Das Ding ist, ich habe die Szene gelesen und wusste: Da steht eine Frau vor mir und wenn ich sie beseitigen müsste, ist das auf jeden Fall körperlich möglich. Deswegen kam ich da wahrscheinlich auch so entschieden rüber. Vielleicht hätte ich das anders gespielt, wenn ich gewusst hätte, wer Black Widow ist.

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Das heißt, du warst vorher nicht in diesem Marvel-Kosmos drin?

Gar nicht. Ich glaube, es ist auch ganz gut, dass ich diese Filme nicht kannte. Ich frage mich gar nicht, was in der Zukunft passiert. Ich habe das gedreht, meine Arbeitsleistung erbracht und genieße jetzt einfach, wie es auf Menschen wirkt. Wie Leute auf einmal stolz sind und sagen: “Wow. Hast du diese Outfits gesehen und die Haare?” Wenn du ins Kino gehst und deine Kultur auf dem großen Bildschirm siehst, was ja nicht gang und gäbe ist, da ist man ja schon ein bisschen stolz.

Ich hatte das vorher nicht. Ich musste auf Filme wie Black Panther oder The Woman King warten. Es gibt nicht viele positive Black Role Models und es gibt einen Unterschied zwischen der afrikanischen und der afroamerikanischen Kultur. Allein schon, weil nicht jeder von uns mit Sklaverei zu tun hatte.

Wakanda Forever ist ein Film mit Riesenbudget, der fast ausschließlich von Frauen getragen wird und People of Color, insbesondere schwarze Menschen, in den Mittelpunkt stellt. Kann sich die deutsche Filmbranche davon eine Scheibe abschneiden?

Ja, bitte. Unbedingt. So langsam passiert castingmäßig ja was, aber ich würde mir wünschen, dass da nicht so ein Zwang ist, sondern eher eine Selbstverständlichkeit. In der deutschen Filmbranche kommen Menschen wie ich ja gar nicht vor. Wie viele Afrodeutsche gibt es mittlerweile, die hier groß geworden sind und denen trotzdem das Gefühl gegeben wird, hier nur Gast zu sein? Ich bin kein Gast hier! Also warum muss ich ins Ausland gehen, um einen Film wie Wakanda Forever zu drehen, anstatt hier einfach mal eine “normale” Rolle spielen zu dürfen?

Dass ich jetzt die Chance habe, eine Tatort-Kommissarin zu spielen, ist schön. Das ist aber nicht Mainstream. Wenn du einen Film schaust, geht es ja auch darum, sich irgendwo wiederzuerkennen. Da geht es gar nicht darum, dass die Figur unbedingt immer die gleiche Hautfarbe haben muss. Es geht um die Kultur und die afrikanische Kultur ist extrem divers.

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Innerhalb von nicht einmal 2 Jahren sind 9 Marvel-Serien bei Disney+ gestartet. WandaVision machte 2021 den Anfang und begründete die neue Generation der MCU-Serien. Sie sind enger mit den Filmen verzahnt und beinhalten häufig bekannte MCU-Figuren- und Stars. Wir schauen kritisch zurück auf diese Phase und ranken die Serien von unnötig bis unverzichtbar.

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